„Das hätte ihr gefallen“
Kurz wiedergegeben, was die Zeitung über Spiel, Lesung und Publikum festgehalten hat.
Die RNZ beschreibt den Abend als eine ungewöhnliche Mischung: gelesen und gespielt wurde nicht in einem Theatersaal, sondern zwischen Bücherregalen. Der Ort gehört zur Geschichte. Das Haus hieß früher Buchhandlung Wilhelm Mävers, heute ist es Kindlers Buchhandlung, und Magdalena Mävers hat genau dort gewirkt. Eingebettet war der Abend in den Mosbacher Sommer.
Bevor gespielt wurde, ordneten zwei Frauen den Stoff ein. Christine Krück-Mellert erzählte die Geschichte der Buchhandlung. Dorothee Roos vom Literatur-Museum Augusta Bender in Schefflenz stellte dem Publikum die Schriftstellerin vor und die Freundschaft zwischen Augusta Bender und Magdalena Mävers, die einander erst spät im Leben begegneten. Roos dankte der Stadt Mosbach für den Platz im Sommerprogramm, der Buchhandlung für Bühne und Bestuhlung, den Spielenden für ihr Spiel und der Arbeitsstelle Literarische Museen des Landes Baden-Württemberg, die den Abend gefördert hat.
Danach standen drei Spielende auf der Bühne: Augustas Mutter (Ulrike Redetzki-Liepe), Augusta Bender selbst (Sylvia de Bortoli) und ihr Bruder Gustav Adolf (Georg Jung). Sie zeigten eine Jugend zwischen Zuspruch und Zurückweisung: Die Mutter bestärkte die Tochter, Vater und Onkel taten das Gegenteil. Als der Onkel den Wunsch, „in die Welt zu gehen“, abschlug, war die Anteilnahme im Raum laut Bericht deutlich zu hören.
Zwischen den Szenen las Birgit Lallathin. Drei Bücher hebt der Bericht hervor: „Der Kampf ums höhere Dasein“, in dem sich Augusta Benders eigener Lebenskampf in einer Romanfigur spiegelt, die Novelle „Das Spinnrad“, die Regisseurin Wiebke Stölting den beruflichen Stationen Benders gegenüberstellte, und den Roman „Die Reiterkäthe“. Bei diesem ahmte Lallathin Gestik und Mimik der beschriebenen Figuren nach und bekam dafür viel Beifall. Die Rahmengeschichte sei „sehr spannend“, sagte sie und legte dem Publikum das Buch ans Herz.
Benders Lebensweg füllte den zweiten Teil: lange Jahre unterwegs, eine Dozentur in Amerika, dann doch die Rückkehr nach Deutschland. Angetrieben habe Bender stets derselbe Wunsch: Bildung zu erlangen und sie anderen zu ermöglichen, besonders Frauen. Zum Schluss kamen die beiden Freundinnen miteinander ins Gespräch. Mävers erinnerte an Benders Plan, Theater auch aufs Land zu tragen, „dem Volke einmal Kunst zu bringen“; davon zeugt bis heute eine Postkarte.
Am Ende bekamen alle Mitwirkenden Applaus, Wiebke Stölting dazu für die Regie und die Vorbereitung des Abends. Nebenbei warb die Gruppe um Verstärkung, und am Büchertisch von Christine Krück-Mellert und Dorothee Roos lagen Werke Augusta Benders aus. Ein zweiter Abend war bereits angekündigt, denn die Buchhandlung hat nur wenige Plätze, und zahlreiche Anfragen mussten abgelehnt werden. Ein Termin dafür stand noch nicht fest.
Hinweis: Das ist kein Abdruck des Zeitungstextes, sondern unsere eigene, stark gekürzte Zusammenfassung mit kurzen Zitaten. Der Originalbericht stammt von Nadine Slaby und erschien am 7. September 2026 in der Rhein-Neckar-Zeitung. Die Rechte daran liegen bei der Autorin beziehungsweise beim Verlag.